Angststörungen

Angstgefühle sind jedem vertraut. So kennen wir die Angst vor einer Prüfung, vor dunklen Gegenden, großen Hunden oder davor, vor einem großen Publikum eine Rede zu halten.

Die Ängste sind meistens verbunden mit körperlichen und seelischen Reaktionen wie z.B. Herzklopfen, Hitzegefühl oder Zittern in der Stimme. Obwohl diese Reaktionen als unangenehm empfunden werden, kommen die meisten Menschen doch gut damit zurecht und können sogar einen Nutzen daraus ziehen, in dem sie sich beispielsweise auf eine Prüfung gut vorbereiten. Angst verhilft  zu einer risikobewussten Auseinandersetzung mit der Umwelt und schützt im Alltag vor Gefahren.

Angst kann also auch von Nutzen sein, solange sie ein gewisses Ausmaß nicht überschreitet. Übermäßige Angstgefühle hingegen lähmen unser Denkvermögen und schränken unsere Handlungsfähigkeit ein, was unser Lebensgefühl und unsere Lebensqualität erheblich beeinflussen kann.

Angsterkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Leiden überhaupt. Etwa ein Viertel aller Menschen leidet einmal im Leben unter einer Angststörung. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, ohne dass man den genauen Grund dafür kennt. Für die Entstehung der Angst werden sowohl biologische Disposition und lebensgeschichtliche Faktoren angenommen.

Im klinischen Alltag unterscheiden wir verschiedene Angsterkrankungen

  • Die generalisierte Angststörung beginnt oft schleichend nach einem einschneidenden Lebensereignis  oder einer großen Belastung und zeigt sich ausgedrückt in großer Sorge oder großen Befürchtungen bezogen auf viele Lebensbereiche. Frühzeitig erkannt, ist sie gut behandelbar. Bleibt sie jedoch über Jahre unbehandelt, erkranken mehr als die Hälfte der Patienten zusätzlich an einer Depression. 
  • Wie ein Blitz aus heiterem Himmel kann die Panikstörung auftreten. Sie tritt in Attacken, meist kurzdauernd auf und ist begleitet von starken körperlichen Reaktionen, dass bei den Betroffenen oft ein Gefühl aufkommt, sterben zu müssen. 
  • Bei der Agoraphobie (Platzangst) besteht Angst, sich in die Öffentlichkeit zu begeben oder vor allem in Situationen zu geraten, aus denen eine Flucht unmöglich erscheint. So sind bei Betroffenen Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln, ein Gang in den Supermarkt oder Besuche von öffentlichen Veranstaltungen kaum möglich. Eine der schlimmsten Befürchtungen ist es, in aller Öffentlichkeit die Kontrolle zu verlieren, in Ohnmacht zu fallen oder hilflos zu sein.  
  • Die soziale Phobie ist gekennzeichnet durch eine krankhafte Schüchternheit und die ausgeprägte Angst der prüfenden Beobachtung anderer Menschen ausgeliefert zu sein. Es besteht die Befürchtung kritisiert oder lächerlich gemacht zu werden, sich zu blamieren.  
  • Bei den spezifischen Phobien bezieht sich die Angst auf Konkretes, so beispielsweise auf bestimmte Tiere wie Spinnen, Hunde oder Schlangen oder aber auch auf bestimmte Situationen wie  die Angst vorm Fliegen, vor tiefen Abgründen oder dem Schwimmen in tiefen, dunklen Gewässern. 

Behandlungsmöglichkeiten